16.03.2026
„Bestattungen und Totenkult vom Endneolithikum bis zur Frühbronzezeit im nordwestlichen Brandenburg“ lautet der Titel des nächsten Zeitschätze-Vortrags am Mittwoch, 1. April 2026, um 19 Uhr in der Moorscheune Boberow.
Die Bestattungen am Übergang von der Stein- zur Bronzezeit (2.850–1.500 v. Chr.) spiegeln eine knapp hundertjährige Forschungsgeschichte wider, die eng mit den Arbeiten der Prähistorikerin Waldtraut Bohm verbunden ist. In den 1930er Jahren erforschte Bohm im Zuge intensiver Grabungstätigkeit vor Ort die Vorgeschichte der Westprignitz, darunter insbesondere die Bestattungsformen der Bronzezeit. Ein knappes Jahrhundert später, 2025, beleuchtete Leon Dierkes in seiner Abschlussarbeit im Masterstudiengang „Ur- und Frühgeschichtliche Archäologie“ an der Georg-August-Universität Göttingen erneut das Thema Bestattungen und Totenkult im Nordwesten Brandenburgs.
Die von ihm vorgenommene erstmalige moderne Auswertung der Gräber lässt dabei vielfältige Wechselwirkungen und Entwicklungen zwischen den verschiedenen Kulturen sichtbar werden. Erfasst wurden Grabhügel der Schnurkeramikkultur, Brandgräber der Schönfelder Kultur, eine reich ausgestattete Mehrfachbestattung der Glockenbecherkultur sowie Gräberfelder der Aunjetitzer Kultur. In seinem Vortrag wird Leon Dierkes unter anderem folgenden Fragen nachgehen: Was erzählen uns die Gräber? Welche Rituale und Bestattungsformen gab es? Welche Objekte gaben die Menschen ihren verstorbenen Angehörigen mit?
Leon Dierkes, geboren 2001, ist Archäologe am Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologischen Landesmuseum (BLDAM) in Wünsdorf.
Die Veranstaltung findet statt in Zusammenarbeit des Sachbereichs Denkmalschutz des Landkreises Prignitz mit dem BLDAM. Der Eintritt kostet 5,- Euro. Es wird um Anmeldung gebeten unter zeitschaetze@lkprignitz.de oder telefonisch unter 03876 / 713486.
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