Bundesweite Auszeichnung für Kulturarbeit aus der Prignitz

25.06.2026

FestLand e.V. erhält ZukunftsGut-Preis 2026 der Commerzbank-Stiftung

Große Freude in Klein Leppin: Der FestLand e.V. wurde am 24. Juni in Frankfurt am Main mit dem 1. Preis des ZukunftsGut-Preises 2026 der Commerzbank-Stiftung in der Kategorie „Ländlich-kleinstädtischer Raum“ ausgezeichnet. Mit dem Preis würdigt die Stiftung die beispielhafte Kulturvermittlungsarbeit des Vereins und insbesondere das Projekt „Dorf macht Oper“, das seit mehr als 20 Jahren Menschen aus der Region und professionelle Künstler in gemeinsamen künstlerischen Prozessen zusammenbringt.

Der ZukunftsGut-Preis ist mit insgesamt 80.000 Euro die höchstdotierte Auszeichnung für institutionelle Kulturvermittlung in Deutschland. Er zeichnet Kultureinrichtungen aus, die Menschen aktiv an Kunst und Kultur beteiligen und damit gesellschaftliche Teilhabe, Demokratiebildung und den Zusammenhalt in der Gesellschaft stärken.

Die Jury würdigte insbesondere die besondere Form kultureller Teilhabe, die FestLand e.V. in der Prignitz entwickelt hat. Rund um das FestSpielHaus – einen zum Kultur- und Opernhaus umgebauten ehemaligen Schweinestall – entsteht Jahr für Jahr ein außergewöhnlicher gemeinschaftlicher Prozess. Menschen unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Herkunft wirken an den Produktionen mit: als Sänger*innen, Chormitglieder, Bühnenbauer*innen, Organisator*innen, Gastgeber*innen oder Unterstützer*innen hinter den Kulissen. Aus einem Dorf mit weniger als 50 Einwohner ist so ein Kulturort entstanden, dessen Strahlkraft weit über die Region hinausreicht.

„Dorf macht Oper“ steht beispielhaft für das Selbstverständnis von FestLand e.V.: Kunst und Kultur nicht als fertiges Angebot zu verstehen, sondern als gemeinsamen Gestaltungsraum. Professionelle Künstler*innen arbeiten über viele Monate hinweg mit Menschen aus der Region auf Augenhöhe zusammen. Dabei entstehen nicht nur Opernproduktionen von hoher künstlerischer Qualität, sondern auch Begegnungen zwischen Generationen, Lebenswelten und Perspektiven.

Wie selbstverständlich solche Begegnungen inzwischen geworden sind, zeigt eine Szene aus den aktuellen Proben: Ein Junge aus einem Nachbardorf, der in diesem Jahr erstmals bei „Dorf macht Oper“ mitwirkt, hörte einige der Solist*innen während der Proben Englisch sprechen und fragte neugierig: „Spricht der auch Deutsch?“ Für die international tätigen Sänger*innen verschiedenen Nationalitäten war der Sprachwechsel alltäglich. Für den Jungen war es eine neue Erfahrung. Mitten in einem Dorf mit weniger als 50 Einwohner*innen wurde die Vielfalt der Welt unmittelbar erfahrbar – nicht im Unterricht, sondern durch gemeinsames Proben, Spielen und Gestalten.

Kunst wird bei FestLand dabei immer wieder zum Ausgangspunkt für die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Fragen. Ob Biodiversität, Klimakrise, das Zusammenleben unterschiedlicher Generationen oder kulturelle Vielfalt – die Projekte des Vereins schaffen Räume für Begegnung, Austausch und gemeinsames Nachdenken. Auch Formate wie das SommerKunstCamp für Kinder und Jugendliche oder das LandFest verbinden kulturelle Bildung mit aktivem Mitmachen und stärken das Gemeinschaftsgefühl in der Region.

Die Auszeichnung fällt in eine besonders intensive Phase der Vereinsarbeit. Bereits in der kommenden Woche feiert die diesjährige Produktion von „Dorf macht Oper“ Premiere. Auf dem Spielplan steht Wolfgang Amadeus Mozarts Oper „Idomeneo“. Unter dem Jahresthema „Klimakrise“ beschäftigt sich das Projekt mit dem Verhältnis von Mensch und Natur, mit Verantwortung und den Folgen menschlichen Handelns. Damit setzt FestLand seine langjährige Praxis fort, Oper nicht nur als kulturelles Erbe zu präsentieren, sondern als Ausgangspunkt für die Auseinandersetzung mit Fragen unserer Gegenwart.

Die Ehrung durch die Commerzbank-Stiftung versteht der Verein als Anerkennung für die vielen Menschen, die die Arbeit von FestLand e.V. über Jahre hinweg mitgetragen und gestaltet haben. Gleichzeitig ist sie Ansporn für die Zukunft. Bereits heute laufen die Vorbereitungen für die Opernproduktion 2027. Mit Ethel Smyths Oper „Der Wald“ wird erstmals ein Werk einer Komponistin auf die Bühne gebracht. Die Beschäftigung mit ihrem Leben und Werk eröffnet neue Perspektiven auf die Rolle von Frauen in der Musikgeschichte und knüpft zugleich an aktuelle Fragen nach dem Verhältnis von Mensch und Natur an.

Termine „Dorf macht Oper 2026“ – Mozart: Idomeneo

Öffentliche Generalprobe: 
Donnerstag, 2. Juli 2026, 18 Uhr 
Premiere: Freitag, 3. Juli 2026, 19 Uhr 
Vorstellung:
Samstag, 4. Juli 2026, 19 Uhr 
Vorstellung:
Sonntag, 5. Juli 2026, 14 Uhr 
Musikalischer Brunch:
Sonntag, 5. Juli 2026, ab 10 Uhr

Ort: FestSpielHaus Klein Leppin

© Landkreis Prignitz 


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